WIN Strategie für HauptregionenDie WIN (= Wir in Niederösterreich) Strategien zeigen auf, was passieren muss, um unsere Region fit für die Zukunft zu machen. Sie sind auf einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren abgestimmt. Siedlungswesen
Für die Bereiche entlang der dynamisch wachsenden Westachse und die ländlich geprägten Landschaften des Alpenvorlandes und des südlichen Waldviertels sind eigene Entwicklungsplanungen zu verfolgen. Diese orientieren sich an den jeweiligen Ansprüchen und Standortqualitäten. Eine darauf abgestimmte Siedlungsentwicklung sichert die hochwertige Lebens- und Naturraumqualität der Gesamtregion. Die Förderung der bestehenden Nahversorgung sowie die Revitalisierung und Neunutzung typischer Gebäude (wie z.B. Vierkanter, Dörrhäuser) trägt zur nachhaltigen Erhaltung der typischen Kulturlandschaften sowie zur Attraktivierung und Belebung der Ortszentren bei. Wirtschaft
Eine abgestimmte Strategie der Technologie-, Bildungs- und Qualifizierungseinrichtungen ist im Mostviertel unerlässlich. Angestrebt wird eine „Lernende Region“ Linz – Amstetten – Enns – Steyr – Waidhofen an der Ybbs. Dafür müssen bestehende Bildungskooperationen zwischen den Fachhochschulen Krems a. d. Donau, Wieselburg, Steyr, Hagenberg, Waidhofen a. d. Ybbs und Amstetten ausgebaut werden. Verkehr
„Alternative“ Verkehrsangebote, wie etwa Sammeltaxis, sind sinnvolle Einrichtungen für die dünner besiedelten Regionen. Der öffentliche Verkehr wird aber auch durch „klassische“ Verbesserungen wie zusätzliche Park & Ride Anlage oder bezirks- und länderübergreifendes Mobilitätsmanagement vor allem im Norden und Süden des Mostviertels verbessert. Die Anbindung des Mostviertels an das hochrangige Schienennetz ist durch die in Ausbau befindliche zukünftig viergleisige Westbahn gegeben und fördert den Umstieg der PendlerInnen auf den öffentlichen Verkehr in Richtung St. Pölten/Wien bzw. in den Großraum Linz. Für den Tourismus wichtig sind verbesserte Betriebskonzepte für die Mariazellerbahn, die Ybbstalbahn und die Strecke Lunz am See - Kienberg/Gaming. Im Straßenbau geht es ebenfalls vor allem um Nord-Süd-Verbesserung in der Anbindung an die Westautobahn Soziale Infrastruktur
Das hohe Qualifikationsniveau der Bevölkerung im Mostviertel ist wichtig, weil es der Region einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Wichtig ist auch eine gute Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen, die in vielen Gemeinden aber abgebaut werden. Kommunale Zweckverbände können helfen, solchen Trends nachhaltig entgegenzuwirken. Es wird in ländlichen oder traditionell benachteiligten Gebieten auf Chancengleichheit in der Familie, aber auch zwischen Jung und Alt hingearbeitet. Diese offensive Generationenpolitik versucht sowohl die Angebote für die Jugendlichen zu erweitern, als auch das betreute Wohnen für die Alten zu fördern und ausreichend Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. Ver- und Entsorgung
Die Land- und Forstwirtschaft des Mostviertels bietet besonders im Süden und Norden sehr gute Bedingungen für Biomasse- und Hackschnitzelkraftwerke. Naturraum und Umwelt
Nur wenn die wertvolle Mostviertler Natur erhalten und verbessert wird, sind Erholungswert und touristische Qualität gesichert. Durch Landschaftsrahmenpläne und andere Instrumente einer vorausschauenden Raumplanung kann eine ökologisch stabile Umwelt erhalten werden. Im nördlichen wie südlichen Mostviertel muss die fortschreitende Verwaldung, die durch Brachen oder stillgelegte Höfe verursacht wird, gestoppt werden. Die Streuobstwiesen, das Mostviertler Obst und die vielfältigen Produkte daraus sind von großer Bedeutung. Der Bestand ist aber gefährdet. Mehr Förderungsmaßnahmen von Bundes- und Landesseite genauso wie Baumpatenschaften wären nötig. Freizeit, Erholung, Tourismus und Kultur
Das touristische Angebot entwickelt dann einen Mehrwert, wenn lokale Tourismusorganisationen wie Strudengau, Nibelungengau oder die Wachau zusammenarbeiten. Dies geschieht z.B. bei der Donauschifffahrt und dem Donau-Radtourismus bereits. In der „Eisenwurzen“ oder auch für die Moststraße bedeutet das die Kooperation mit oberösterreichischen und steirischen Verbänden. Regionalwirtschaftlich ist der Sommertourismus schwächer entwickelt als der Wintertourismus. Deshalb müssen neue Sommerangebote entwickelt werden. Der Wintersport kann durch logistische Maßnahmen (z.B. gemeinsame Liftkarte für Hochkar und Ötscher, mehr Werbung in den Nachbarländern) noch gewinnen. Land- und Forstwirtschaft
Im Lebensmitteltechnologiezentrum Wolfpassing und an landwirtschaftlichen Fachschulen wie Wieselburg werden neue Produktionsweisen getestet und alternative Produkte geschaffen. Der „Mostviertler Birnmost“ ist bereits eine erfolgreiche und durch die EU geschützte Marke. Neue erfolgsversprechende Produkte sind Blumen, Flachs, Stroh als Baustoff, pharmazeutisch verwertbare Pflanzen, Gewürze, Schaf- und Ziegenmilch sowie Lammfleisch. Neue Verkaufschancen gibt es über Internetbörsen und auf dem globalen Markt (z.B. „Most als österreichischer Cider“). EU-Erweiterung und Integration
Das Mostviertel grenzt nicht an die neuen EU Länder. Deshalb werden die Chancen, sich wirtschaftlich dort zu profilieren, nicht so stark wahrgenommen wie in anderen niederösterreichischen Landesteilen. Es ist aber eine verstärkte wirtschaftliche Kooperation notwendig, um hier neue Absatzmärkte etwa für Qualitätsprodukte der Mostviertler Bauern zu schaffen. In umgekehrter Richtung gibt es immer mehr WintertouristInnen, vor allem aus Ungarn, aber auch aus Tschechien und der Slowakei. Auf die Ansprüche dieser Gäste muss noch stärker reagiert werden, z.B. durch mehrsprachige Gästeinformationen oder Werbefolder. |

