15 Jahre Regionalverband 2010Über 2.000 Projekte, rund 60 MitarbeiterInnen und ein Gesamtumsatz von fast € 12 Mio. - das ist die Bilanz des Regionalverbandes NÖ-West und seiner Tätigkeit in den Jahren 1994 bis 2009.![]() Seit Bestehen des Regionalen Entwicklungsverbandes NÖ-West konnten Investitionssummen von insgesamt über € 500 Mio. bewegt und Fördergelder in Höhe von ca. € 165 Mio ausgeschöpft werden. Ein bemerkenswertes Resümee und zugleich der Beweis für die enorme Kraft, die das Land Niederösterreich aus seinen Regionen und Gemeinden zu schöpfen vermag. Über 25.000 Personen wurden mit Informationsveranstaltungen erreicht, über 4.500 Vordenker und Protagonisten haben mitgeholfen, vieles, was früher undenkbar gewesen wäre, zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen. ![]() Aber wie hat alles begonnen? In Sachen Regionalentwicklung gibt es in Österreich keine Stunde Null. Es sind mit der Region in besonderem Maße eng verbundene und engagierte Menschen, die am Beginn der Achtzigerjahre als Pioniere das heutige System entwickelten. Mit Hilfe der Förderaktion FER und der Beistellung externer BetreuerInnen wird einige Jahre später vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich der Rettungsanker für Krisenregionen mit massivem Abbau von Arbeitsplätzen oder der Ansiedlung großer Industriebetriebe geworfen. In der Zwischenzeit bereitet Außenminister Dr. Alois Mock Österreich mit enormem Engagement auf den Beitritt zur EU vor und überreicht 1989 dem französischen Außenminister Dumas das Ansuchen zur Aufnahme in die Europäische Gemeinschaft. In diese Phase fällt Anfang der Neunzigerjahre schließlich auch die Gründungswelle von Regionalmanagements in Österreich. Ein bis heute einmaliges System: der Zusammenschluss von Gemeinden zu Regionen, die ihre Potentiale in einem Netzwerk von Zukunftsperspektiven und nachhaltigen Lösungen innovativ und kooperativ weiter entwickeln. Aber zurück ins Jahr 1994: der Geburtsstunde des Regionalverbandes Mostviertel Eisenwurzen, wie der Regionalverband damals hieß. Bereits im Oktober 1993 wird die Gründung auf Antrag der beiden Landtagsabgeordneten Eduard Keusch und Johann Treitler vom Landtag beschlossen. Von den Gemeinden der Bezirke Amstetten, Melk, Scheibbs und der Statutarstadt Waidhofen/Ybbs am 6. Juni 1994 unterzeichnet, soll der neue Verband Umwegrentabilitäten aus der kulturellen Großveranstaltung rund um das "1000-Jahr-Jubiläum Ostarrichi-Österreich" schaffen, die Region fit für die EU machen und den künftigen Zugriff auf EU-Förderungen unterstützen. Dem Gründungsvorstand gehören damals Ökonomierat Ing. Leopold Gansch, Dr. Alfred Gusenbauer, Gerhard Hackner, Ökonomierat Michael Hülmbauer, Mag. Herbert Lehner, Obmann BH Dr. Heinz Lenze, Eduard Keusch, LAbg. Karl Moser, Susanne Rieß, Hans Schellenbacher, Helmut Wöginger sowie OSR Josef Streißelberger und Johann Zauner an. Regionalmanager war bereits damals Karl G. Becker mit Bürositz in der Landwirtschaftlichen Fachschule Gießhübl. Als Bedingung zur Finanzierung der Regionalmanagementstrukturen wird seitens des Bundeskanzleramtes der Republik Österreich eine Viertel-Finanzierung festgelegt. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft der Gemeinden, die 3 Schilling pro Kopf und Einwohner als Beitrag aufbringen. Diese Summe wird dann im gleichen Verhältnis von Land, Bund und der Europäischen Union aufgestockt, d. h. vervierfacht. Die Schwerpunkte der EU-Förderungen liegen zwischen 1996 und 2000 in den Strukturfonds EAGFL, EFRE und ESF für Ziel 5b-Regionen und erfordern umfassende Informations-, Aktivierungs- und Beratungsarbeit in den einzelnen Gemeinden, ganz nach dem Motto: „Es soll kein Cent in Brüssel bleiben!“ Für Regionalmanager Karl G. Becker heißt es damit „Frisch ans Werk!“ , denn neben dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 steht auch das 1000jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Österreichs im Jahr 1996 vor der Tür. In Neuhofen an der Ybbs entsteht aus diesem Anlass an Stelle der ehemaligen Gedenkstätte der Ostarrichi Kulturhof. Auch Leitlinien, wie das Setzen regionaler Schwerpunkte, die Stärkung von Kooperationen, das Achten und Erhalten der Lebensqualität, das Stiften regionaler Identität, das Unterstützen von Pilotprojekten, das Anstreben einer Exklusivitätsstrategie und das Stärken des Wirtschaftsstandortes bleiben unverändert und sind Teil der WIN-Strategien des Landes Niederösterreich. 1996 folgt schließlich die Gründung des Regionalmanagements als operative Ebene des Regionalverbandes. Die ersten eigenen Projekte werden in diesem Jahr mit Erfolg vom Stapel gelassen, etwa die Obstbaumpflanzaktion, mit deren Hilfe es gelungen ist, in den letzten 13 Jahren insgesamt 70.000 Obstbäume - vorwiegend natürlich Mostbirnbäume - zu setzen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der weltweit einzigartigen Streuobstlandschaft unserer Heimat zu erhalten. Als erste Region Niederösterreichs wird der Aufbau einer Regionsmarke für das Mostviertel professionell in Angriff genommen. Mit zunehmender Bekanntheit und Beliebtheit der Region steigen aber auch die Chancen für Unternehmen im Gewerbe, der Industrie und der Landwirtschaft, sich gegen die wachsende Konkurrenz durchzusetzen. Im Jahr 2000 wird der Regionalverband Mostviertel Eisenwurzen zur Gründungsunterstützung von Regionalmanagementstrukturen in NÖ-Mitte in den Regionalen Entwicklungsverband Mostviertel umbenannt. Nach vollzogener Gründung des Regionalen Entwicklungsverbandes NÖ-Mitte im Jahr 2001 erfolgt neuerlich eine Umbenennung in Regionaler Entwicklungsverband NÖ-West. Im gleichen Jahr wird das „Regionalmanagement Österreich“ gegründet; ein Verein, der die Regionalmanagements unterstützt, vernetzt und bei ihrer Weiterentwicklung hilft. Eine weitere Ebene folgt 2004 mit der Schaffung des Regionalmanagements Niederösterreich als übergeordnete Stelle und Partner für regionale Vernetzung und Strategieumsetzung. Vom Land NÖ finanziert soll es die Aktionen vor Ort bündeln und mit der Kraft des Landes noch stärker vernetzen. Mehr Bewusstsein für unsere Kulturlandschaften und die darin produzierten qualitativ hochwertigen Lebensmittel wird seit 2005 mit der Initiative „Genuss Region Österreich“ geschaffen, in der der Regionalverband mittlerweile mit 4 Spezialitäten vertreten ist: „Mostviertler Birnmost“, Mostviertler Schofkas“, „Waldviertler Weiderind“ und „Ybbstalforelle“. Wichtige Akzente werden 2007 auch mit der Landesausstellung „Feuer & Erde“ in Waidhofen/Ybbs und St. Peter/Au sowie dem Beitritt der Bezirke Amstetten und Melk zum Energiebündnis gesetzt. Der Bezirk Scheibbs folgt dem guten Beispiel im Jahr 2009. Unter dem Motto „EU näher zum Bürger“ nützt man im Rahmen der Veranstaltungen „Europa.Region.Mensch“ und der Vorstellung EU-geförderter Projekte die Chance, vor allem der jüngeren Generation das Engagement Europas in den einzelnen Regionen zu verdeutlichen. |



